AKE Biberach

Arbeitskreis Entwicklungspolitik Biberach / Riss e.V.

Stellungnahmen

Arbeitskreis Entwicklungspolitik Biberach/Riss e.V.

(AKE)

Aktion Eine Welt Oberschwaben

 

Erklärung zu den aktuellen Ernährungskrisen

 

Die schweren Ernährungskrisen, in die mit dem drastischen Preisanstieg bei Grundnahrungsmitteln vor allem Entwicklungsländer gestürzt wurden, dauern an und drohen sich zu verschärfen. Notwendig sind neben geeigneten Sofort-maßnahmen zugunsten Notleidender insbesondere folgende Veränderungen:

 

1.  Eine Entwicklungspolitik in den betroffenen Ländern, aber auch seitens Deutschlands und der Europäischen Union (EU), die der Förderung der Landwirtschaft zur Ernährungssicherung vor Ort den erforderlichen Stellenwert gibt,

 

2.  Abbau derjenigen Agrarsubventionen in Industrieländern (v.a. auch in der EU), die Bauern in der Dritten Welt durch unfaire Billigkonkurrenz von außen schädigen und in der Eigenproduktion von Lebensmitteln behindern,

 

3.  Schutz von Entwicklungsländern vor Übergriffen durch Unternehmen aus reicheren Staaten, um zu verhindern, dass die Ernährungsbasis der Armen geschmälert wird und Ökosysteme in Mitleidenschaft gezogen werden.

 

4. Es ist dem bedenklichen Trend entgegenzuwirken, dem Weltmarkt dadurch noch mehr pflanzliche Nahrungsmittel zu entziehen, dass sie verstärkt für den schon überhöhten Fleischkonsum des wohlhabenden Teils der Menschheit und für die Treibstoffproduktion verbraucht werden.

 

Der AKE fordert alle Verantwortlichen in Politik, Wissenschaft, Medien, Wirtschaft, Kirchen und Gesamtgesellschaft dazu auf, ihren Beitrag dafür zu leisten, dass die vielfältigen Ursachen der globalen Ernährungskrise aufgedeckt, bekannt gemacht und wirksam bekämpft werden!

 

AKE

Vorstand und Beirat

Biberach an der Riss

2008

 

Biberacher Erklärung des AKE

zu Themen internationaler Politik

Zur Lage in Afrika:

(30. Juli 2004)

Trotz vieler ermutigender Anzeichen ist die Situation in einigen Regionen Afrikas noch immer sehr angespannt, zum Teil sogar äußerst besorgniserregend.

Deshalb begrüßen wir die nachdrückliche Aufforderung des neuen Bundespräsidenten Horst Köhler in seiner Antrittsrede vor dem Bundestag zu einem verstärkten europäischen Engagement in Afrika. Es bleibt zu hoffen, dass diesem Appell auch die rasche Umsetzung in Taten folgt.

Besonders dringend gilt dies zur Zeit für die westsudanesische Provinz Darfur, in der sich eine menschliche Tragödie riesigen Ausmaßes ereignet. Z war sind inzwischen vielfache Bemühungen zur Verbesserung der Lage in Gang gekommen, doch müssen diese noch erheblich gesteigert werden. Insbesondere sollte neben der eingeleiteten Hilfsaktion der Druck auf die Regierung im Sudan deutlich zunehmen, da alle Anzeichen dafür sprechen dass sie die völkermordähnlichen Attacken nicht nur toleriert, sondern aktiv unterstützt.

Wir begrüßen auch die klaren und warnenden Worte deutscher Politiker, wie etwa des früheren Bundesinnenministers Gerhart Baum oder der Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Heidemarie Wieczorek-Zeul, die frühzeitig auf die sich anbahnende menschliche Katastrophe aufmerksam machten und wirksame Maßnahmen einforderten.

 Mit Blick auf die Flüchtlinge aus dem Sudan sollten insbesondere auch aufnahmebereite Nachbarländer massiv unterstützt werden, allen voran der Tschad, der trotz eigenen Elends schon zehntausenden Vertriebener Zuflucht geboten hat.

Nachtrag:

Am 6.8.2004 meldete die Schwäbische Zeitung, dass die "Zahl der aus Darfur in den Tschad"' gekommenen Flüchtlinge "mittlerweile auf mehr als 200 000 gestiegen" sei.